
Typografie im Design: Welche 6 Regeln wirken sofort?
Kurz gesagt: Gute Typografie heißt: höchstens zwei Schriften, eine klare Hierarchie zwischen Überschrift und Text, genug Zeilenabstand, ausreichend Kontrast und dieselben Regeln auf allen Medien. Die Schriftwahl prägt, ob ein Unternehmen seriös, modern oder persönlich wirkt, noch bevor jemand den Text liest.
Schrift ist das Gestaltungselement, das in fast jedem Projekt den größten Unterschied macht und am häufigsten unterschätzt wird. Folgende Regeln wende ich in jedem Projekt an, vom Magazinsatz bis zur Visitenkarte.
1. Die Schrift passend zur Botschaft wählen
Serifenschriften wirken traditionell und seriös, serifenlose Schriften modern und klar, Handschriften persönlich. Für eine Kanzlei wie Huber Rechtsanwälte passt eine andere Schrift als für ein Festivalplakat wie Rockstock.
2. Lesbarkeit vor Originalität
Fließtext am Bildschirm braucht mindestens 16 Pixel, im Druck je nach Schrift 9 bis 11 Punkt. Der Zeilenabstand liegt idealerweise beim 1,4- bis 1,6-Fachen der Schriftgröße. Heller grauer Text auf weißem Grund sieht elegant aus und ist für viele Menschen schlecht lesbar.
3. Höchstens zwei Schriften
Eine Schrift für Überschriften, eine für Text. Mehr wirkt unruhig. Mit verschiedenen Schnitten (Light, Regular, Bold) einer Familie erreichen Sie genug Abwechslung.
4. Klare Hierarchie
Überschrift, Zwischenüberschrift und Text müssen sich deutlich unterscheiden, durch Größe, Gewicht oder Farbe. Wer eine Seite überfliegt, liest nur die Überschriften. Die sollten allein schon verständlich sein.
5. Dieselben Regeln überall
Website, Folder, Präsentation und Social Media nutzen dieselben Schriften und Größenverhältnisse. Prüfen Sie dabei die Lizenz: Nicht jede Desktop-Schrift darf auf der Website eingesetzt werden. Ich empfehle, Webschriften lokal einzubinden statt über Google-Server, das ist datenschutzfreundlicher.
6. Weißraum ist kein verschenkter Platz
Abstände zwischen Absätzen und um Überschriften lassen Text atmen. Ein voll gestopftes Layout wird nicht gelesen.
Wie teste ich die Typografie meines Auftritts selbst?
- Erkennen Sie die wichtigste Aussage in drei Sekunden?
- Ist der Text auf dem Smartphone ohne Zoomen lesbar?
- Zählen Sie die Schriften: mehr als zwei?
- Sieht Ihr Folder aus wie Ihre Website?
Typografie ist Teil jedes Corporate Designs. Wer die Schriften einmal festlegt, spart bei jeder Drucksorte und jeder Webseite Zeit.
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Über den Autor: Martin Wetzel
Grafik- und Webdesigner mit über 19 Jahren Erfahrung und mehr als 900 umgesetzten Projekten für Unternehmen, Arztpraxen und Selbstständige. Schwerpunkte: Logo und Corporate Design, Webdesign, SEO und GEO, Print und Werbetechnik. Mehr über mich
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026